Der Erinnerung ganz nah

Kategorie
News
Datum
Montag, 5. März 2018 - Freitag, 30. März 2018
Acht Jahre „Karfreitagsgefecht“
 
Als "Demi Chef de Rang" verließ ich Ende 2006 den WINKMANNSHOF und verpflichtete mich für acht Jahre beim Objektschutzregiment der Luftwaffe. Während dieser Zeit diente ich in drei Auslandseinsätzen der Bundeswehr in Afghanistan. Im Laufe meiner Dienstzeit sind insgesamt 34 deutsche Soldaten im Einsatz gefallen.

Nunmehr nähert sich wieder der Jahrestag eines der schwersten Gefechte, in das die Bundeswehr im Rahmen des ISAF-Mandats verwickelt wurde.

Am Karfreitag des Jahres 2010 hatten in Afghanistan Bundeswehrsoldaten des Fallschirmjägerbataillons 373 aus Seedorf den Auftrag, Sprengfallen aufzuklären und zu beseitigen.

Gegen 13 Uhr Ortszeit wurden die 34 Fallschirmjäger von 30 bis 40 Aufständischen aus dem Hinterhalt heraus mit massivem Beschuss angegriffen. Durch den Kompaniechef wurde Verstärkung angefordert, woraufhin sich eine Reservekompanie aus dem Feldlager Kundus in Bewegung setzte.

Mit Aufklärungsdrohnen wurde das Gefecht beobachtet. Auch Kampfflugzeuge der US-Streitkräfte befanden sich über dem Gefechtsfeld. Sie konnten aber aufgrund der Gefahr des Eigenbeschusses nicht eingreifen. Die verwundeten deutschen Soldaten wurden von US-Soldaten unter Beschuss gerettet und mit Hubschraubern in das deutsche Einsatzlazarett in Kundus ausgeflogen.

Beim Versuch, sich vom Feind zu lösen, geriet ein gepanzertes Fahrzeug in eine Sprengfalle. Im Verlauf des Gefechtes der deutschen Fallschirmjäger mit den Aufständischen wurden drei Soldaten getötet und vier weitere verwundet.

Nach Beendigung meiner Dienstzeit bei der Bundeswehr und der Übernahme des WINKMANNSHOF Anfang 2016 bleibt es mir ein Anliegen, dass die gefallenen und verwundeten Soldaten nicht in Vergessenheit geraten.

Aus diesem Anlass spende ich als Geschäftsführer des WINKMANNSHOF einen Teil aus den Einnahmen am Karfreitag an den Bund Deutscher EinsatzVeteranen e.V., der es sich zur Aufgabe gemacht hat, sich für die Belange der Einsatzveteranen und deren Angehörigen einzusetzen.

Michael Brück
Geschäftsführer